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Neustadtkümmerer Newsletter

Los geht´s.

Liebe Neustädterinnen und Neustädter, Kolleg*innen, Kooperationspartner*innen und alle anderen, die den Kiez mitgestalten oder einfach gern mitlesen,

die erste Ausgabe des Neustadtkümmerer-Newsletters hat es raus aus dem Postausgang geschafft. Hinter den Kulissen wurde - wie gewohnt – länger vorbereitet als ursprünglich gedacht und die sommerliche Hitze drückte das Tempo bei der Generalprobe. Dafür ist die Bühne nun frei für Themen, Projekte, Menschen und Ideen aus der Neustadt.

Künftig möchte ich auf diesem Weg ebenso informieren wie animieren, aufzeigen, wer gerade was bewegt im Viertel, w
o Unterstützung gebraucht wird und welche losen Fäden darauf warten, aufgegriffen zu werden. Dabei liegt der Fokus auf dem Alltag des Stadtbezirksamtes und all den engagierten Kleinigkeiten und großen Ambitionen, die über meinen Schreibtisch wandern. 

Den gemächlichen Anfang macht dabei ein kleiner und persönlicher Einblick in meine Arbeit, ein kurzes Portrait über ein ganz wunderbares Projekt mit riesigem Potenzial und eine Auswahl an Terminen und Möglichkeiten zum Mitanpacken.

Viel Spaß beim Lesen!

Aus dem Büro des Neustadtkümmerers

Im zweiten Stock der Hoyerswerdaer Straße 3 mit hervoragendem Blick auf die geschlossenen Rolläden des gegenüberliegenden Studentenwohnheims und beim sanften Rauschen der vorbeiratternden Straßenbahnen 6, 8 und 13 darf ich nun seit fast drei Jahren dort wirken, wo ich selbst nur zu gerne lebe.

Mein Schreibtisch ist meist ein vielfarbiges, geordnetes Chaos aus Notizzetteln und Mitschriften, gespickt von Visitenkarten, Stickern und Flyern für vergangene und künftige Veranstaltungen. Hinter mir stapeln sich angemessen sortierte Akten unter einem gut gefüllten Jahreskalender und die Pflanzen im Büro haben nur wenig Grund, sich zu beschweren. Das zusammen ist an sich ein ganz gutes Sinnbild für meine Arbeit.

Bei dieser bin ich oft eine weiche Schnittstelle zwischen Stadtgesellschaft und Stadtverwaltung, wobei das Vernetzen und Vermitteln meine wichtigesten Werkzeuge darstellen. Ich habe mit Konflikten genau so zu tun, wie mit guten Ideen, neuen Projekte oder Möglichkeiten. Im Idealfall kann ich die Potenziale zusammenführen und davon profitieren, dass im Viertel schon unzählige Strukturen, Menschen und Netzwerke da sind. Ich bin viel unterwegs, treffe mich persönlich mit Menschen, höre zu und schaue, wo ich unterstützen, Kontakte herstellen oder Dinge ins Rollen bringen kann. Es geht weniger darum,
selbst Lösung zu finden – vielmehr darf ich alle an den Tisch holen, die für die Lösung wichtig sein könnten.

 

Toll, oder?

Kümmerer auf Sendung

Ein paar mehr Worte über meine Arbeit durfte ich im Interview mit Carolin Gerlach vom coloRadio verlieren. Sie hat mich für ihre Podcastreihe "Caro quetscht aus" eingeladen. Wir sprachen über eine lebenswerte Neustadt, Herausforderungen im Kiez und viele andere Themen auch weit jenseits meiner Arbeit.  

Fantastische Perspektiven: LÖß5

Jahrelang lag das Areal an der Lößnitzstraße 5 brach – gut versteckt hinter dem 60er-Jahre-Bau des ehemaligen Hauptpostamtes an der Königsbrücker Straße. Seit einigen Wochen bewegt sich was auf dem Grundstück – Sträucher werden gestutzt, Schutt verräumt und das stetig wachsende Team des LÖß5 e. V. beginnt einen Ort zu schaffen, der dem Viertel langfristig zahlreiche Möglichkeiten und Perspektiven geben könnte.

Hinter dem Mammutprojekt steht eine bunte Gruppe aus Architekt*innen, (Bau)Ingenieur*innen, Kreativen und weiteren engagierten Menschen, die das Gelände gemeinsam entwickeln möchten. Ihre Idee: kein abgeschlossener Einzelstandort, sondern ein lebendiger Ort für soziokulturelle Projekte, Initiativen und Kreativwirtschaft – mit Räumen für Treffen, Proben, Ateliers, Studios und Werkstätten und mit möglichst viel Austausch nach außen.

In diesem Jahr ist bereits einiges passiert. Am 19. April wurde der Verein LÖẞ5 e. V. gegründet, seit Mitte Mai ist er eingetragen und inzwischen auch als gemeinnützig anerkannt. Rund 30 Mitglieder engagieren sich aktiv in diversen Arbeitsgruppen. Ende Juni konnte das Grundstück im Rahmen des Tags der Architektur erstmals mit einer Sondergenehmigung für Nachbar*innen, Mitglieder und Interessierte geöffnet werden.

Aktuell wird mit der Stadt der Anhandgabevertrag ausgehandelt. In dieser Phase soll die Grundlage dafür entstehen, dass das Projekt weiter geplant, finanziert und organisatorisch aufgebaut werden kann, bevor später die eigentliche Erbpacht beginnt. Parallel möchte der Verein den Ort möglichst früh erlebbar machen. Der Fokus liegt zunächst auf dem Außenraum, da die Gebäude nach dem langen Leerstand noch nicht nutzbar sind.

Hier sollen neue Formen des gemeinsamen Planens und Bauens ausprobiert werden. Der Verein ist bereits mit Hochschulen, Forschungs-einrichtungen und Unternehmen im Gespräch, um die Sanierung möglicherweise als Reallabor für zirkuläres und gemeinwohl-orientiertes Bauen weiter-zuentwickeln. Dort liegt das große Potenzial der LÖẞ5: ein lang ungenutzter Ort könnte Schritt füt Schritt zu einem offenen Treffpunkt für Initiativen, Kultur, Kreativwirtschaft und Nachbarschaft werden – und zeigen, wie Stadtentwicklung gemeinschaftlich funktioniert.

Mit der Veranstaltungsreihe losgeLÖẞt lernen sich bis dahin Vereinsmitglieder und weitere Interessierte an verschiedenen Orten in Dresden kennen. Am 27. Mai war der erster Stopp die Hanse3. Das nächste Event ist für September geplant. Das deckt einen weiteren Fokus der momentanen Arbeit ab: Vernetzung mit ähnlich gelagerten Projekten, Initiativen, Profis und potenziellen zukünftigen Nutzern. Einbringen kan sich dabei jede*r, egal ob mit Herzblut, Know-How oder beid Neugier.

Wer reinschnuppern, mitmachen oder einfach mal Hallo sagen möchte, findet hier alle weitern Infos: 

Termine

Kiezlichter beim HECHT#TAG 

Am 29. August lockt der HECHT#TAG als Fortsetzung des Hechtfestes wieder in den Nordosten der Leipziger Vorstadt. Mit dabei sind auch die Kiezlichter, die mit ihrem Kieztag von 12 bis 20 Uhr auf den blauen Spielplatz ziehen.

Geplant sind unter anderem ein Breakdance-Battle, alkoholfreies Flunkyball, eine Bastelstraße, Kinderschminken und eine Teddy-Praxis, in der mitgebrachte Kuscheltiere verarztet werden können. Dazu kommen eine DIY-Textildruckwerkstatt und ein Workshop rund ums Streiten lernen.

Gesammelt werden nebenbei Spenden für das Projekt „Chancen für die Chancenlosen“. Gleichzeitig sind die Kiezlichter als Awareness-Team im Hechtviertel unterwegs und ansprechbar.

Eine Bank für alle – die Zweite

Bereits 2023 wurde die erste barrierefreie Mehrgenerationen-bank errichtet mit dem Ziel, einen unkomplizierten Ort für Begegnung, Austausch und eine Pause mitten im Alaunpark zu schaffen. Seit dem hat sie sich als Treffpunkt für unterschiedlichste Gruppen bewährt.

Eine zweite Version wurde nun ebenfalls im Park u.a. durch Neustadt(t)raum, das BÜLOWH Beratungs- und Begegnungszentrum sowie das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft und das Stadtbezirksamt Neustadt ermöglicht. Aktuell laufen noch die letzten Bauarbeiten, doch schon bald sollten die Bauzäune verschwinden.

Am 11. September von 16 bis 18 Uhr wird die "Bank für alle" feierlich eröffnet – samt Kaffee, Kuchen und Piñata. 

Wer schließt ab?

Für kommunale Spielplätze gibt es aktuell keinen städtischen Schließdienst. Wo ein Spielplatz vollständig umzäunt ist und über ein verschließbares Tor verfügt, kann das aber durch bürgerschaftliches Engagement übernommen werden. In der Neustadt ist das zum Beispiel auf der Böhmischen Straße, der Talstraße oder der Hechtstraße möglich.

Gesucht werden Menschen, die bereit wären die Spielplätze morgens zu öffnen und abends zur Nachtruhe um 22 Uhr wieder abzuschließen. Für diesen täglichen Einsatz zahlt die Stadt eine Aufwandsentschädigung von 100 Euro im Monat.

Wer sich das vorstellen kann oder passende Schlüsselpat*innen kennt, kann sich direkt per Mail beim Sachbereich Spiel- und Sportanlagen melden: 67.41@dresden.de .

Kümmerkasten

Die Tag2-Bäckerei sucht ein Lastenrad – idealerweise zur regelmäßigen Nutzung oder als unkomplizierte Leihmöglichkeit. Wer ein passendes Rad abzugeben hat, eine Mitnutzung anbieten kann oder einen guten Kontakt kennt, kann sich gern melden.

Kontakt: hallo@tag2wo.de

Nachdem ich bereits beim Abenteuerspielplatz Panama und in der Tag2wo-Bäckerei zu Gast sein durfte, findet meine Kiezsprechstunde Sprechstunde noch buis Ende September im Kinder- und Jugendbüro KiJub statt.

Info: Jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr auf der Rothenburger Straße 26.

Auf dem Alaunplatz soll eine neue Calisthenics-Anlage entstehen. 2026 startet die Planung für die Sportanlagen,  2027 soll gebaut werden. Dafür fehlt es jedoch noch an finanziellen Mitteln.
Gespendet werden kann in beliebiger Höhe – jeder Beitrag hilft dabei, das Projekt möglich zu machen.

Hier gibts alle Infos.

Bleibt nur noch zu sagen...

Danke!

Das war der erste Neustadtkümmerer-Newsletter.

In der nächsten Ausgabe werfen wir u.a. einen genaueren Blick auf die Kiezlichter, ihre Arbeit und ihre Rolle im Viertel.

Und natürlich: Wer ein Thema, ein Projekt, einen Wunsch oder einfach einen Hinweis für eine der nächsten Ausgaben hat, kann sich jederzeit melden. Der Newsletter soll schließlich nicht nur erzählen, was bei mir auf dem Tisch landet, sondern vor allem aufnehmen, was das Viertel beschäftigt.

Bis dahin und liebste Grüße!

Peter Thormeyer

C Peter Thormeyer
Copyright Fotos: Löß 5 - David Campesino, Josefin Seifert; alle weiteren Fotos: Peter Thormeyer
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